Erste kämpft gegen sich selbst – und gegen Sodingen/Castrop 

Spieltag 6 der Verbandsliga-Saison 2025/26 stand am 15. Februar an. Die Aussichten für unser Team ließen sich dabei durchaus sehen, denn im Parallelkampf zwischen Tabellenplatz 1 Bönen und Tabellenplatz 3 Holsterhausen mussten zwangsweise Mannschaftspunkte auf der Strecke bleiben. Für unsere zweitplatzierte Evinger Mannschaft winkte daher die mögliche Tabellenführung. Doch gegen die aktuell auf einem Abstiegsplatz stehende Auswahl des SK Sodingen/Castrop II musste zunächst erstmal ein Sieg her!

Lucas eröffnete den Kampf an Brett 8 mit einer hervorragend gespielten Partie. Mit Schwarz gelang es ihm, trotz symmetrischer Bauernstruktur, Gewinnchancen zu kreieren und in ein Springerendspiel mit einem Freibauern mehr abzuwickeln. Leider verlor er diesen Mehrbauern kurz vor der Zeitkontrolle zu leicht und musste sich mit einer Punkteteilung begnügen.

Die Partie am ersten Brett wankte ebenfalls zwischen den verschiedenen Resultaten hin und her. Buchstäblich war ein Verlust dabei aber nie denkbar, da Florian unter dem Schmunzeln seines Teams, versehentlich die Namen auf seinem Partieformular vertauscht hatte und somit in gewisser Weise gegen sich selbst spielte. Dieser Kampf war schlussendlich durch einen erfolgreichen Königsangriff für den echten Florian erfolgreich, auch wenn ihm sein über 300-DWZ schwächerer Gegner dabei noch einiges abverlangte. 

Wenig später konnte Julia an Brett 7 einen weiteren Punkt beisteuern. Ihre Partie war lange durch ein großes Ungleichgewicht in der Stellung geprägt. Schlussendlich führte ein taktischer Trick Julia zum Gewinn einer Qualität. Die Stellung war zwar weiterhin komplex, jedoch verwertete Julia ihren Materialvorteil souverän zum vollen Punkt. 2,5:0,5.

Bei einem solch guten Start sollte nun an den restlichen Brettern alles klar gemacht werden. Doch nach und nach wurden die Resultate und die Aussichten an den Einzelbrettern immer schlechter. Pascal verlor in einem hochkomplexen Mittelspiel eine Qualität und musste daher um ein Remis kämpfen. Amatus war mit seiner Eröffnungswahl recht unzufrieden und musste aufpassen, nicht seine eigene Dame zu fangen. Erik bemerkte erst im Mittelspiel eine Ungenauigkeit in seiner Eröffnungswahl und musste einem gefährlichen Mattangriff widerstehen, während Aaron sich zwar eine Gewinnstellung mit einer Qualität mehr erarbeitet hatte, die allerdings gegen die gegnerischen Freibauern erstmal bestehen musste. 

Diese Entwicklung sorgte nicht nur für ein wenig Nervosität, sondern ließ nur wenig später den Mannschaftskampf vollständig kippen. Aaron opferte das gewonnene Material zurück, erhielt aber nicht ausreichend Kompensation und musste sich daher das erste Mal in dieser Saison geschlagen geben. Erik wehrte zwar den Mattangriff ab, blieb jedoch in der Folge zu passiv und nutzte seine Chancen für einen eindeutigen Materialgewinn nicht aus. Als er versuchte aktiv zu werden, wurde er schlussendlich doch noch Matt gesetzt. Amatus erging es nicht besser. Er musste in einer schwierigen Stellung Material opfern, welches er bis zum Ende der Partie nicht zurückgewinnen konnte. Da Pascals Stellung nicht auf Gewinn zu spielen war, war das dortige Remis wenigstens noch ein kleiner Lichtblick. Trotzdem stand zu diesem Zeitpunkt schon fest, dass mit dem Zwischenstand von 3:4 nur ein Unentschieden für unsere Mannschaft erreichbar war.

Dieses Mannschafts-Remis musste nun Nikita an Brett 5 herbeiführen. Für eine lange Zeit manövrierten Nikita und sein Gegner dabei ihre Figuren in einer symmetrischen Stellung auf die richtigen Felder. Nikita versuchte dabei schlussendlich erfolgreich dynamisches Spiel zu erzeugen und gewann einen Springer für einen Bauern. Den Materialvorteil nutzte er gekonnt um einen seiner beiden Freibauern zum 4:4 Endstand umzuwandeln.

Ein kleiner Rückschlag im Aufstiegsrennen endete somit mit einem noch durchaus versöhnlichen 4:4. In Anbetracht der Stellungsbewertungen wäre aber noch viel mehr möglich gewesen. Trotzdem sorgte der Mannschaftspunkt dafür, dass wir nun mit beiden Kontrahenten aus Bönen und Holsterhausen punktgleich an der Tabellenspitze stehen. Das Aufstiegsrennen entwickelte sich dabei aufgrund der Ergebnisse zu einem Fünfkampf, da auch Brambauer und Erkenschwick mit nur einem Mannschaftspunkt Rückstand auf die Tabellenspitze in Schlagdistanz liegen.

Am 8. März erwarten wir nun das Tabellenschlusslicht Waltrop II. Mit einem hohen Sieg könnte dabei endlich eine Tabellenführung für unsere Erste winken, bevor es in die entscheidenden Kämpfe gegen Bönen und Holsterhausen geht!