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Alles oder Nichts! Eving I im Spitzenduell gegen den SV Bönen

29. März – Für unsere Erste ging es zum Tabellenführer nach Bönen. Schon zum Ende der letzten Saison trafen die beiden Mannschaften dabei im Aufstiegsduell der Verbandsklasse aufeinander. Das 4:4 reichte dabei beiden Mannschaften für den Aufstieg aus. Doch durch die enge Tabellensituation in der Verbandsliga war klar, dass es nur eine Mannschaft geben konnte, die in diesem Jahr als Aufstiegskandidat aus dem Mannschaftskampf hervorgehen würde. Ein 4:4 reichte uns dabei nur unter Schützenhilfe für einen Aufstiegsplatz, selbst bei einem Sieg in der letzten Runde. Der Mannschaftskampf musste daher aus unserer Sicht unbedingt gewonnen werden!

Großer Rückstand trotz schnellem Auftaktsieg

Ein mehr als erfreulicher Beginn gelang Topscorer Aaron, der nach leichtem Straucheln in den letzten zwei Mannschaftskämpfen seine Stellung sehr gut verstand und nach weniger als zwei Stunden mit erheblichem Materialvorteil den ersten Punkt für uns sicherte. Pascal erging es an Brett 2 allerdings weniger gut. Er brachte in der Eröffnung einige Züge durcheinander und konnte dabei immerhin der gegnerischen Aktivität einen Mehrbauer entgegenbringen. Nur wenig später einigte er sich mit seinem Gegner auf eine Punkteteilung. 1,5:0,5.

Der solide Start bedeutete gegen die starken Gegner aber noch keine Sicherheit. Ersatzspieler Radovan entschied sich in der Eröffnung dafür dem Gegner für die Kosten eines Bauern das Rochade-Recht zu nehmen. Der Mehrbauer war dabei aber ein großes Hindernis für seine Figurenentwicklung und so musste sich Radovan nach tapferer Verteidigungsleistung schlussendlich geschlagen geben.

Julia erging es an Brett 6 nicht viel besser. Ihre komplexe Mittelspielstellung erforderte eine Reihe von taktischen Tricks, um positionell in der Partie zu bleiben. Die Drohungen ihres Gegners nahmen dabei zu Beginn der ersten Zeitnotphase überhand und Bönen ging in Führung.

Florian bekam es mit dem nominell stärksten Spieler der Verbandsliga Fabian Schlottmann zu tun. Mutig opferte er in der Eröffnung einen Bauern für aktives Spiel und konnte seinen Gegner damit auch durchaus vor Probleme stellen. Schlussendlich blieb allerdings die erhoffte Kompensation für den geopferten Bauern in der Partievariante aus und das resultierende Endspiel war für unser Evinger Spitzenbrett nicht mehr zu halten. 1,5:3,5.

Heldengeschichten

Die nahezu hoffnungslose Situation im Mannschaftskampf bedeutete nun, dass die verbleibende Partien von Erik, Nikita und Lucas allesamt gewonnen werden mussten. Allzu schlecht standen unsere Chancen dabei allerdings nicht! Nikita hatte schon im Mittelspiel den gegnerischen Läufer in der Brettecke eingesperrt. Dieser sollte sich daraufhin für die restlichen 40 Züge auch nicht mehr bewegen. Das Spiel mit einer effektiven Mehrfigur nutzte Nikita dazu auf dem Damenflügel langsam Fortschritte zu erzielen. Fast alle Figuren tauschten sich dabei…außer der einsame eingesperrte Läufer auf h8, der die Freude einer offenen Diagonale nicht mehr erblicken durfte und somit Nikitas Sieg unumgänglich machte!

Nun spielten ausgerechnet noch Erik und Lucas, die über die Saison eine Vielzahl guter Stellungen erspielt hatten, um diese dann schlussendlich doch nicht verwerten zu können. Heute musste alles anders sein!

Erik kam aufgrund einer guten Vorbereitung in einen Zeitvorteil von teilweise über 40 Minuten! Auch er opferte einen Bauern für schnelle Entwicklung und ein starkes Läuferpaar. Um seinen Bauern zurückgewinnen zu können, gab er beide diese Trümpfe ab. Daher war das Remisangebot seines Gegners nur wenig überraschend. Doch zu diesem Zeitpunkt war klar, dass ein voller Punkt notwendig war. Erik entschloss sich unter einem weiteren Bauernopfer alles auf seine Freibauern zu setzen. In der Zeitnot seines Gegners sammelte er daraufhin nicht nur vier der sechs verbliebenden Bauern ein, sondern mit Zug 40 auch eine ganze Figur. 3,5:3,5!

Alles hing nun an der Partie von Lucas. Wie so oft konnte er mit einem hervorragenden Mittelspiel die Kontrolle über seine Partie übernehmen. Ein wahrer Monster-Springer sicherte dabei seinen König vor jeglichen Angriffen und unterstützte nebenbei auch den eigenen Mattangriff. Die Nervosität im Raum war zu spüren als Lucas Uhr nach der Zeitkontrolle auf nur sechs Minuten heruntertickte. Ein gegnerischer Turmzug griff dabei seine Dame an. Nach nur wenigen Sekunden griff Lucas dabei zum eigenen Turm überließ die eigenen Dame somit ihrem Schicksal. War das das Ende der Aufstiegsträume? Nein! Dem Damenopfer folgte eine nicht zu verhindernde Umwandlung des b7-Bauern zu einer neuen Damen und somit zum sofortigen Partiegewinn, den sein Gegner nach langem Nachdenken einsehen musste. Unter verdientem Applaus sicherte Lucas somit den 4,5:3,5 Mannschaftserfolg ab!

Da Aufstiegskontrahent Erkenschwick beim Tabellenschlusslicht Welper nicht über ein 4:4 hinauskam, steht Eving I nun mit zwei Mannschaftspunkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Somit reicht am letzten Spieltag ein Unentschieden gegen Holsterhausen für den sicheren Aufstieg in die NRW-Klasse aus. Unglaublich!

  1.    Schlottmann, Fabian    1 – 0       Stricker, Florian
  2.    Mönkemeyer, Maik      ½ – ½      Werrn, Pascal
  3.    Merz, Martin                  0 – 1     Slanina, Aaaron
  4.    Wegner, Stephan          0 – 1      Sprungala, Erik
  5.    Helmert, Jochen            0 – 1      Kantor, Nikita
  6.    Fuest, Torsten               1 – 0      Walker, Julia
  7.    Bauch, Olaf                    0 – 1      Kaluza, Lucas
  8.    Medger, Gernot            1 – 0      Dvorsky, Radovan