Chaos und Bangen für Eving II am letzten Bezirksliga-Spieltag: Wer schafft den Sprung in die Verbandsbezirksliga?
Wenn es dem letzten Spieltag in der SGDO-Bezirksliga an einer Sache nicht mangelte, dann an den vielfältigen Möglichkeiten ihn durch Schlagzeilen zu beschreiben. Von kampflosen Brettern im Aufstiegskampf, über vergebene Meisterschaftschancen in nominell eindeutigen Mannschaftskämpfen und dem gespannten Warten auf die Ergebnisse der Konkurrenz könnte hierbei wirklich alles fokussiert werden. Beginnen wir daher mit unserem vorgezogenen letzten Mannschaftskampf am 12. April.
Zum Ende der achten Runde Mitte März sah der Weg zum großen Ziel des Aufstiegs in die Verbandsbezirksliga noch so einfach aus: Ein Sieg gegen den Tabellenletzten DSV IV sollte den zweiten Platz in der Tabelle sichern, ausreichend für eine Relegation, die in den letzten Jahren immer einen sicheren Aufstiegsplatz garantierte. Mit Radovan kehrte nach einer Pause im letzten Mannschaftskampf unser Spitzenbrett in die Mannschaft zurück. Zusätzlich verstärkten Nick Gehrmann und Jörg Vollenberg das Team. Mit der parallel im selben Raum spielenden Breitensport-Mannschaft standen uns zudem weitere Ersatzspieler zur Verfügung, die auf Abruf kurzfristig einsatzbereit waren.
Die Mannschaft konnte daher mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in den Kampf starten und wurde dabei moralisch durch eine Vielzahl von Kiebitzern aus der ersten Mannschaft unterstützt. Doch schon um Punkt 14 Uhr deutete sich das Drama des letzten Spieltags an. Eine – diplomatisch ausgedrückt – missglückte Kommunikation mit einem unserer Spieler ließ das Team somit bereits mit einem Punkt Rückstand in den finalen Kampf starten.
Paul Hoidis musste sich am sechsten Brett nach katastrophaler Eröffnung nach unter einer Stunde eine Niederlage eingestehen. Jörg geriet währenddessen an Brett 5 in einen großen Materialnachteil und kämpfte um ein Remis. So stand die gesamte Mannschaft im wichtigsten Kampf der Saison schnell unter Druck. Am besten händeln konnte diesen Druck Nick am vierten Brett. Getreu dem Motto „Ich geh dann mal Matt setzen“ überrannte er seinen Gegner in nur 24 Zügen und beendete somit die gesamte Schachsaison mit einer 100% Quote an Siegen! Die zweite sichere Bank der Mannschaft, Dirk Pahne, baute seine gute Saisonstatistik an Brett 3 ebenfalls weiter aus. In einer für lange Zeit schwierig aussehenden Stellung konnte Dirk schlussendlich doch noch entscheidendes Material gewinnen. Mit seinem Sieg konnte Dirk zum zwischenzeitlichen 2-2 ausgleichen.
Doch die restlichen Bretter machten weiterhin Grund zur Sorge. Zwar hatten Radovan Dvorsky und Udo Fietz an den ersten beiden Brettern materiellen Vorteil erlangt, jedoch waren die Verwertungen der Stellungen noch nicht trivial. Udo musste sich dabei einem starken Gegenangriff seines Gegners widersetzen. Da Jörgs Stellung sich nicht wesentlich verbessert hatte und auch Reinhold mit einem Minusbauern ins Endspiel ging, war selbst das Minimalziel 4-4 nun bereits in weiter Ferne. Mit diesem Ergebnis wäre zumindest ein hoher Sieg der Konkurrenz aus Lünen am nachfolgenden Wochenende notwendig gewesen, um noch vom Aufstiegsplatz verdrängt zu werden.
Wenig später musste sich Jörg, der sich noch fast in ein Dauerschach rettete, doch geschlagen geben. Radovan und Udo konnten jedoch ihre Stellungen stabilisieren und im Idealfall noch auf Gewinn spielen.
Die emotionale Achterbahnfahrt fand kurz nach der Zeitkontrolle ihr Ende. Radovan konnte den Mannschaftskampf durch sein stark geführtes Endspiel erneut ausgleichen, jedoch war auch dieser kurze Lichtblick nicht von Dauer, denn nur eine Minute später verlor Udo seine Partie an Brett 2 durch ein unscheinbare Mattdrohung seines Gegners. Die Mannschaftsmoral erreichte ein neues Tief, da Reinholds Stellung mit einem Minusbauern keine realistischen Gewinnchancen von sich gab. Nichtsdestotrotz gab Reinhold alles, musste allerdings beim Versuch Gegenspiel zu erschaffen seine eigenen defensiven Ressourcen vernachlässigen und sich schlussendlich ebenfalls zum 3-5 Endstand geschlagen geben.
Leere Blicke, Frust und das Gefühl eine sonst so erfolgreiche Saison verspielt zu haben machten vor Ort und in den Kommunikationskanälen der daheim gebliebenen Evinger die Runde. Durch die Vorverlegung des Mannschaftskampfes war es der Konkurrenz nun möglich, aus eigener Kraft an uns vorbeizuziehen. Eine Woche des bangenden Wartens begann…
Sonntag, 19. April – 20:35 Uhr. Das Handy vibriert und ein Foto aus dem Ergebnisdienst erscheint in der WhatsApp-Gruppe unseres Vereins: Auch die Schachfreunde aus Lünen konnten beim Tabellenvorletzten Schüren nicht mehr als ein Unentschieden erreichen! Mit der Frage „Wie auch immer hat das jetzt noch funktioniert?“ im Hinterkopf, war nun doch der zweite Tabellenplatz gesichert. Dabei ging für einige Tage sogar unter, dass selbst Tabellenführer Hansa II seinen Mannschaftskampf verloren hatte und somit durch einen Sieg sogar die Meisterschaft möglich gewesen wäre.
Nach einer nervenaufreibenden Woche bleibt nun nur die erfreuliche Nachricht: Eine Qualifikation für die Relegationsspiele ist unserer zweiten Mannschaft sicher. Sollten diese wie in den vorherigen Jahren nicht benötigt werden, ist Eving II somit sicher in die Verbandsbezirksliga aufgestiegen!
Hoffentlich dient das selbst erwirkte unnötige Zittern als kleines Warnsignal, denn am 26. April geht es auch für unsere erste Mannschaft um den Aufstieg in die NRW-Klasse. Auch hier hat man in der Gruppe 2 der Verbandsliga alles in der eigenen Hand!
Spieltags Übersicht:
Dortmunder SV IV 5 – 3 SV Rochade Eving 25/64 II
- Carnein, Oliver 0 – 1 Dvorsky, Radovan
- Choudhary, Ankur 1 – 0 Fietz, Udo
- Nolte, Klaus 0 – 1 Pahne, Dirk
- Stork, Bernhard 0 – 1 Gehrmann, Nick
- Renneberg, Stefen 1 – 0 Vollenberg, Jörg
- Palamito, Giulano P. 1 – 0 Hoidis, Paul
- Özsoy, Mohammed Y. + / – Große-Siestrup, Paul
- Jäger, Felix 1 – 0 Techen, Reinhold
